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Schweden Juli 2022

Schweden Juli 2022

Süd- und Mittelschweden

Wir haben den zweiwöchigen Drei-Generationen-Urlaub in Dänemark genutzt und sind im Anschluss über die Storebelt- und Oeresundbrücke zu zweit weiter nach Schweden gefahren. Die beiden Brücken sind schon imposante Bauwerke und auch mautpflichtig: Storebelt DKK 250 und Oeresund DKK 470; das entspricht zusammen etwa EUR 98. Unser erstes Ziel in Schweden erreichten wir am späten Nachmittag bei Bekannten in Ödetofta und verbrachten dort zwei Nächte. Am Montag starteten wir von dort unser Abenteuer.

Gamleby

Campingplatz in Gamleby

Los geht´s!

Aber wohin eigentlich?

Wir wollen zwei Wochen in Süd- und Mittelschweden verbringen. Eine genaue Tourenplanung haben wir bewusst nicht gemacht, wir werden uns treiben lassen und der Intuition folgen. Der einzige feste Punkt ist unsere Rückfahrt: Am 01. August geht es mit der Fähre von Trelleborg nach Travemünde zurück nach Deutschland.

Montag 18. Juli 2022

Ödetofta - Eksjö - Västervik - Gamleby

Nach zwei wunderbaren Tagen in Ödetofta starteten wir gegen 9:30 Uhr. Die ersten 80 km führten uns nach etwas mehr als eine Stunde nach Eksjö, die Stadt mit den meisten gut erhaltenen Holzhäusern in Schweden. Über 50 Objekte sind ausgezeichnet als Kulturdenkmal. Errichtet wurden die meisten Gebäude im 18. Jahrhundert in der sogenannten Schwedischen Großmachtszeit. Die markante Straße "Arendt Byggmästare gränd" ist benannt nach dem Baumeister Arendt de Roy. Die Straße gibt einen Eindruck vom Wandel der Stadt in den vergangenen 400 Jahren.

Beim Lidl haben wir die Vorräte aufgefüllt und der Camper wurde für umgrechnet € 2,41 pro Liter mit Diesel versorgt.

Vorbei am Bullerbü-Ort Vimmerby ging es nach Västervik an der Ostsee in den Schären. Die zwei möglichen Stellplätze im Hafengebiet waren einerseits ziemlich weit vom Zentrum entfernt und andererseits "unbezahlbar": beide Plätze waren nur mit der Swish-App via Handy zu bezahlen. Die Nutzung der App wiederum erfordert ein schwedisches Bankkonto, das wir nicht hatten. Eine Bezahlung mit Kreditkarte oder in bar war nicht möglich. Wir haben dann im 15 Kilometer entfernten Gamleby den letzten freien Platz auf einem Campingplatz ergattern können. Der wundervolle Blick von der Anhöhe auf den Ostseefjord rechtfertigte den stolzen Preis (SEK 450) für eine Übernachtung.

 

Dienstag 19. Juli 2022

Gamleby - Kvarnvik

Wir haben uns vorgenommen, die Kilometerleistungen pro Tag nicht zu übertreiben und wollen höchstens drei Stunden fahren. So sind wir heute in Kvarnvik gelandet, das nur knapp 50 km nordwestlich vom gestrigen Aufenthaltsort entfernt liegt. Die langweilige E22 wurde gemieden und stattdessen die 35 befahren, die uns durch wunderschöne kleine schwedische Dörfer mit ihren typischen roten Häusern führte. Traumhaft anzusehen. Die Landschaft ist hügelig und felsig mit viel Wald, der überwiegend aus Nadelhölzern besteht. Und zwischendurch gibt es immer wieder Seen, an denen man vorbeifährt. Die Straßen sind gut ausgebaut mit wenig Verkehr und überraschend kurvenreich

Den Stellplatz haben wir auf Park4Night gefunden und standen ganz allein auf einem riesigen befahrbaren Fußballplatz (siehe Titelbild) mit viel Gegend drumherum. Das WC und die Dusche waren geöffnet. Ähnlich wie am Tag zuvor in Västervik, war auch dieser Platz eigentlich nur mit der Swish-App zu bezahlen. Die fälligen SEK 150 für die Übernachtung sind wir dann im 300 Meter entfernten ICA Supermarkt losgeworden, wo wir gleich noch etwas einkauften.

Zum nahegelegenen See waren es wenige Schritte. Eine Badestelle und ein Grillplatz standen zur Verfügung, die bei bestem Wetter gut besucht waren.

Mittwoch 20. Juli 2022

Kvarnvik - Söderköping

Auch heute blieb die Tagesstrecke mit 75 km kurz. Die langweilige E22 brachte uns schnell zum heutigen Ziel. Der Stellplatz liegt am Ortsrand und kostet SEK 180, die per Kreditkarte gezahlt werden konnten. Mit dem Parkticket erhielt man einen Zugangscode für die Sanitäreinrichtungen der Marina, die etwas versteckt hinter einer Reihe von Restaurants etwa 300 Meter vom Stellplatz entfernt lagen. Ver- und Entsorgung gab es am Platz.

Söderköping liegt direkt am Göta Kanal, der eine Gesamtlänge von 190 Kilometer hat und über 58 Schleusen verfügt, die teilweise heute noch per Muskelkraft bedient werden müssen. Gebaut wurde der Kanal, um die großen Seen Vänern und Vättern mit der Ostsee zu verbinden und die Bewohner des Binnenlands einfacher mit Waren versorgen zu können. Die Bauzeit war von 1810 bis 1832. Rund 87 km der Kanallänge wurde in dieser Zeit von 58.000 Soldaten von Hand gegraben. Eine beachtliche Leistung. Die Stadt kam in den vergangenen Jahrhunderten mit ihrem Handel und der Nähe zur Hanse zu Wohlstand. Seit dem 19. Jahrhundert ist es ein Kurort.

 

Es wurde immer wärmer und der Kühlschrank im Camper kam an seine Leistungsgrenze. Kein wunder bei 37° im Fahrzeug. Gegen Abend wurde es etwas kühler und Querlüften machte die Temperatur im Auto langsam erträglicher.

Donnerstag und Freitag
21. und 22. Juli 2022

Söderköping - Borensberg

Auch der heutige Stopp liegt direkt am Göta Kanal etwas außerhalb von Borensberg. Und wir hatten wieder Glück und den letzten freien Platz bekommen mit direktem Blick auf den Kanal. Da die Lage und die Atmosphäre uns gut gefallen haben, sind wir gleich zwei Tage geblieben (jeweils SEK 200). Der Stellplatz bietet 12 Parzellen, wovon sechs über einen Stromanschluss verfügen. Er liegt direkt am Pilgerweg der Heiligen Birgitta.

Auf dem Gelände befand sich früher eine Glasflaschenfabrik. Die damaligen Häuser der Arbeiter fungieren heute als Café, B&B und Jugenherberge. Wir waren froh, dass der nahegelegene Motala Fluss bei den hochsommerlichen Temperaturen mit über 30° eine Badestelle hatte.

In Borensberg gibt es einen gut sortierten ICA Supermarkt, den man innerhalb von 20 Minuten zu Fuß erreicht.

Samstag 23. Juli 2022

Borensberg - Hallsberg

Die RV 51 brachte uns zu unserem heutigen Zielort, der abseits von Hallsberg am Tisarsee lag. Die letzten 15 Kilometer ging es über einen Schotterweg, der glücklicherweise vor kurzem neu planiert zu sein schien. Dennoch gab es teilweise ordentliche Schlaglöcher, die nach dem gestrigen Gewitter randvoll waren. Erlaubt waren 70 km/h, ich war froh, wenn ich 40 km/h fahren konnte, ohne dass das Geschirr im Auto durcheinander gewirbelt wurde. Das Spritzwasser der Pfützen hinterließ deutliche Spuren am Camper.

Endlich erreichten wir das Ziel: einen naturbelassenen Wanderparkplatz mitten im Nirgendwo. Aber es gab eine Sitzbank mit Tisch und eine Feuerstelle mit Feuerholz, das von den Rangern zur Verfügung gestellt worden war. Durch den Regen, der sich auch heute immer wieder einmal meldete, war das Holz für ein Feuer leider unbrauchbar. Mit einer FFP2 Maske gegen den unangenehmen Geruch konnte man auch die Naturtoilette im Häuschen am Waldrand nutzen. Zum See waren es 150 Meter.

 

Wir haben die Abgeschiedenheit genossen.

Sonntag und Montag
24. und 25. Juli 2022

Hallsberg - Årnäs

Eigentlich wollten wir Mariestad besuchen, haben uns dann doch für einen kleineren Stellplatz im 15 Kilometer entfernten Årnäs entschieden, der vom örtlichen Bootsklub betrieben wird und am Vänernsee liegt. Ein kleines Sanitärgebäude mit zwei Duschen und zwei WC steht für SEK 180 zur Verfügung, Strom inklusive. Einen Aufenthaltsraum mit Küche und Spülbecken gibt es ebenso. Die Hafenmeisterin ist Deutsche.

Direkt angrenzend befindet sich eine Werft mit einer 200 jährigen Tradition, die sich heute allerdings nur noch um Freizeitboote kümmert. Ein großer Gutshof schließt an mit ausladenden eingezäunten Ländereien und den typisch rot gestrichenen Wirtschaftsgebäuden. Nur das Herrenhaus erstrahlt in leuchtendem Gelb. Die dicht mit Linden bewachsene Allee spendet der Zufahrt Schatten.

Die Badestelle ist  300 Meter entfernt und liegt in einer vorm Wind geschützten Bucht. Mit 17° und Wolken war kein Badewetter.

Für Montag war Dauerregen angesagt. Da wir hier alles Notwendige hatten, beschlossen wir spontan, einen weiteren Tag zu bleiben. Selbst die Vorräte gaben noch ein paar Eierpfannkuchen her. Die Wetterprognose trat tatsächlich so ein.

Dienstag 26. Juli 2022

Årnäs - Kristinehamn

Von der Mitte des Vänern ging es heute an die Nordspitze des Sees nach Kristinehamn. Die Stadt liegt an der E18, die Stockholm mit Oslo verbindet. Den Stellplatz an der Marina im Gästehafen erreichten wir am späten Vormittag und haben wieder einen der letzten Plätze für SEK 300 bekommen, die mit Kreditkarte bezahlt werden konnten. Ein Lidl ist gleich nebenan. Der Platz war fast ausschließlich von Norwegern besucht.

Wenn man sich nicht wie wir verläuft, erreicht man das wenig lebhafte Stadtzentrum nach etwa 15 Minuten. Kunstblumen in großen Kübeln sollen Farbtupfer in die triste Stadt bringen. In einem Coop Supermarkt haben wir ein paar Kleinigkeiten eingekauft und sind enttäuscht vom Flair zurück zum Platz gegangen.

Mittwoch und Donnerstag
27. und 28. Juli 2022

Kristinehamn - Karlsborg

Wir wechseln den See: vom Vänern an den Vättern. Ein Stück legen wir noch auf der RV 26 Richtung Süden zurück, dann geht es links über die RV 200 und 202. Eine ganz tolle Route: geschwungene Kurven tragen uns durch hügelige Landschaften an alten Höfen und Siedlungen vorbei. Und immer wieder erscheint irgendwo ein See, der durch das Baumgrün schimmert. Traumhaft. Die RV 49 bringt uns dann endgültig zu unserem Ziel Karlsborg, das  an der Westseite des Vätternsees liegt. Die Stadt befindet sich am Göta Kanal und ist eine ehemalige Festungs- und Garnisonsstadt aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Eingerahmt wird die Stadt vom Vättern und dem Bottonsjön, an dem wir einen Stellplatz beim  Yachtclub in erster Reihe mit Seeblick ergattern konnten. Die Lage ist schon einzigartig, sodass wir gleich zwei Tage geblieben sind (SEK 240 pro Übernachtung) und den reizenden Ort ausgiebig erkundet haben. Ein Coop versorgte uns mit allen Lebensmitteln. Selbst an das schwedische Bier Pripps Blå mit 3,5% hatte ich mich inzwischen gewöhnt und fand es sogar ganz lecker.

Ab 12 Uhr mittags öffnet sich die Brücke der RV 49 halbstündlich, um die Schiffe den Göta Kanal passieren zu lassen. Das führt teilweise zu erheblichem Rückstau in der Stadt.

Freitag 29. Juli 2022

Karlsborg - Lindö

Allmählich müssen wir uns Gedanken machen, welche Route wir Richtung Fähre nehmen wollen, am Montagmorgen ist Check-In. Darum haben wir uns einen Naturplatz südöstlich vom Vättern in der Nähe von Värnamo ausgesucht, der schon in Richtung Trelleborg liegt. Wenn man sich für Abgeschiedenheit entscheidet, ist es fast zwangsläufig, dass die Zuwegung über eine mehrere Kilometer lange Schotterpiste erfolgt. So auch hier. Der Platz wird von sehr netten Deutschen  betrieben und ist sehr empfehlenswert. Das Sanitärgebäude befindet sich noch im Bau. Ver- und Entsorgung und Strom sind aber möglich (ohne Strom SEK 100, mit SEK 150). Bezahlt werden kann in Euro, SEK oder mit Karte. Müllentsorgung gibt es nicht, die Abfälle müssen mitgenommen werden.

Ein etwa vier Kilometer langer Rundweg führt durch die typische Waldlandschaft mit den von Moos und Flechten bewachsenen Steinen. Hier gibt es überwiegend Nadelhölzer, nur ein paar Birken gesellen sich dazu. Und diese Stille. Unglaublich.

Samstag 30. Juli 2022

Lindö - Tolg

Und wieder Natur! Kaum 50 Kilometer vom letzten Platz entfernt, landen wir in Tolg auf einem Naturcampingplatz (SEK 180 mit Strom), natürlich wieder mit Seeblick. Der Platz ist in Hanglage, die Ausrichtung des Fahrzeugs mit Auffahrkeilen muss heute mal sein. Die Ausstattung ist einfach: Trockentrenntoilette, Abwaschbecken mit Kaltwasser, eine Dusche mit fließend kaltem Wasser.  Toilettentanks können entleert werden. Das Frischwasser kommt aus eigenem Brunnen, dessen Qualität aber nicht überwacht und geprüft wird. Wir haben lieber auf unsere eigenen Wasserreserven zurückgegriffen. Auf den Pontons am See stehen rustikale Gartenmöbel, auf denen man es sich gemütlich machen kann. Die Kinder baden im See oder angeln. Eine schöne Atmosphäre. Mehrmals am Tag kommt der Platzwart auf seinem Quad vorbei, weist Plätze zu und beantwortet Fragen.

Nachmittags gab es noch einmal schwedische Köttbullar, die in einer Pfanne zubereitet wurden, dazu gab es leckeren frischen Salat. Köstlich, diese gebratenen Fleischklöße! Der anschließende Verdauungsspaziergang ist obligatorisch. Der Abwasch leider auch.

Sonntag 31. Juli 2022

Tolg - Trelleborg

Heute nehmen wir die letzte Etappe unter die Räder. Bis Trelleborg sind es 250 km, wofür wir etwa drei Stunden brauchen. Die Fahrt verläuft entspannt über gut ausgebaute Europastraßen, die meistens dreispurig sind. Ich hatte einen Stellplatz bei einem Golfplatz herausgesucht, der in unmittelbarer Nähe zum Fährhafen liegt. Leider war nichts mehr frei und wir fuhren weiter zum Trelleborgstrand. Das ist ein einfacher geschotteter Platz mit allem, was der Camper benötigt, für SEK 200; Duschen gibt es allerdings nicht. Der Platz liegt direkt am Hafen, bis zum Checkpoint der TT Line sind es etwa drei Minuten.

Ein letzter Einkauf erfolgte beim Maxi ICA Supermarkt. Wir wollten zum Abschied aus Schweden noch einmal grillen. Würste, frisches Gemüse und ein Sixpack Pripps Blå wurden beschafft. Der Grill war schnell aufgebaut. Nebenbei wurde das Finale der Damen EM im Fußball aus dem Wembley Stadion verfolgt. Bis auf das Ergebnis aus London, war es ein schöner letzter Abend. Wir saßen zum Abschluss auf einer Bank am Strand und schauten etwas wehmütig über die glatte Ostsee. Es begann zu nieseln.

Montag 1. August 2022

Trelleborg - Travemünde

Das Zusammenpacken am Morgen läuft nach so langer Zeit unterwegs inzwischen reibungslos. Schnell sind wir startklar und machen uns auf zum TT Line Schalter, den wir in wenigen Minuten erreichen. Dort erhalten wir unsere Bord- und Kabinentickets. Bis wir unser Schiff "Nils Holgersson" erreichen, drehen wir noch eine ausladende Runde durch das Trelleborger Hafengebiet. Die Streckenführung von mindestens zwei Kilometer Länge ist schon interessant. Dann haben wir es geschafft und verschwinden über eine Rampe im Bauch des Schiffes. Handbremse anziehen, die Gasflaschen im Camper schließen und los geht es mit dem Fahrstuhl von Deck 5 nach Deck 9. Leider ist unsere Kabine noch nicht bezugsfertig; es wird auch noch weitere drei Stunden dauern, bis wir die Kabine endlich betreten können. Die Kabinen sind sauber und mit Dusche und WC zweckmäßig eingerichtet. Pünktlich um 9:30 Uhr legt die Fähre ab.

Die Überfahrt ist ruhig. Hat es am Morgen noch genieselt, so setzt sich die Sonne gegen Mittag immer mehr durch, sodass wir auch einige Zeit an Deck verbringen können. Nach neun Stunden erreichen wir entspannt Travemünde. Die Einfahrt in den engen Hafen am Hotel Maritim vorbei ist schon beeindruckend. Das Ausschiffen geht zügig, da die Fähre nicht stark ausgelastet ist.

 

Nach weiteren 90 Minuten erreichen wir unser Zuhause.

Fazit

Fazit

Ursprünglich wollten wir erst Ende August nach Schweden fahren, wenn die dortigen Ferien beendet sind. Wegen unseres vorangegangenen Dänemarkurlaubs sowie der geografischen Nähe beider Länder zueinander haben wir umdisponiert und sind bereits Mitte Juli nach Schweden gefahren und damit mitten in der Hauptreisezeit gelandet. Aber einen Platz haben wir immer bekommen.

Reisezeit

Die Schweden bleiben in Pandemiezeiten eher im eigenen Land, was deutlich an der Auslastung der Campingplätze zu spüren ist. Die meisten waren restlos ausgebucht. Wer mit Wohnwagen in der Hauptreisezeit unterwegs sein möchte und auf einen Campingplatz angewiesen ist, sollte auf jeden Fall vorab reservieren. Stellplätze für WoMos sollten spätestens bis 12:00 Uhr angefahren werden. Danach wird es auch für Wohnmobilisten eng. Ausgenommen sind die Naturplätze "mitten in der Wutz", die häufig nur über Schotterpisten zu erreichen sind. Große Mobile  haben wir auf diesen Plätzen nicht gesehen.

> Empfehlung: nach dem 20. August ist die Stellplatzsituation wesentlich entspannter, die schwedischen Ferien sind zu Ende.

 

Preise

Die Lebensmittelpreise sind mit denen in Deutschland vergleichbar. Uns haben vom Sortiment die ICA Supermärkte und Lidl am besten gefallen. Aber auch Coop oder Willy´s sind in Ordnung. Abstriche beim Sortiment muss man beim dörflichen Lanthandel machen. In Süd- und Mittelschweden ist die Infrastruktur sehr gut. Einkaufsmöglichkeiten und Tankstellen gibt es in Abständen von wenigen Kilometern. Für Diesel haben wir umgerechnet € 2,40 pro Liter bezahlt.

Stellplätze

Die gibt es reichlich, wobei die Ausstattung und der Zustand der Einrichtungen starken Schwankungen unterliegen: vom piekfeinen Sanitärhaus in den Marinas/ Yachthäfen bis zum Plumpsklo auf den Naturplätzen ist alles vertreten. Die Preise liegen je nach Ausstattung zwischen € 15 und € 30. Einige Plätze können nur mit der Swish App per Handy bezahlt werden. Die Nutzung der App erfordert allerdings ein schwedisches Bankkonto und ist für Nicht-Schweden in der Regel nicht nutzbar. Schade. Ansonsten war Bar- oder Kreditkartenzahlung möglich. Die App Park4Night haben wir für die Stellplatzsuche genutzt.

Internet

Das Netz ist besser ausgebaut als in Deutschland. Dennoch gibt es auch hier Gebiete, in denen man nur Edge-Standard empfängt. Unser Router hat ein sehr gutes Empfangsteil, sodass auch bei eingeschränktem Datenempfang z.B. Streaming und Navigation immer möglich waren.

Fähre

Von unserem Wohnort in Norddeutschland sind es bis Malmö (und umgekehrt) gut 500 Kilometer, die man nicht unbedingt auf der Straße abspulen muss. Die Rückreise wollten wir entspannt antreten. Die neunstündige Überfahrt von Trelleborg nach Travemünde hatten wir bereits im Vorwege bei TT Line gebucht. Der Fährpreis von € 220 relativiert sich, wenn man die Maut der Brücken Oeresund und Storebelt sowie den Dieselverbrauch gegenrechnet. Auch die Alternativroute über Oeresundbrücke und Puttgarden ist nicht wesentlich günstiger als die Fahrt von Trelleborg, würde aber mehr Kilometer auf der Straße bedeuten.

 

Wir würden die Verbindung Trelleborg/ Travemünde wieder wählen.

Zum Schluss

Die Straßen sind in einem überwiegend guten Zustand, vor allem die Europastraßen. Sobald die Straßenbezeichnungen in den dreistelligen numerischen Bereich gehen (Beispiel RV 202), wird auch der Straßenbelag schlechter. Dass Schweden so kurvenreich und hügelig ist, hat uns überrascht und fasziniert. Bei Höchstgeschwindigkeiten auf Landstraßen zwischen 70 und 90 km/h lassen sich auch größere Distanzen gut und vor allem entspannt zurücklegen.

 

Schweden hat mit seinen vielen Wäldern und Seen einen großen Reiz auf uns ausgeübt. Und diese Stille, wenn man abgeschieden an einem See steht! Wir werden wiederkommen.

Zusammen mit dem Dänemarkurlaub haben wir doch tatsächlich mehr als vier Wochen bzw. 30 Übernachtungen im Camper verbracht. Und zwar völlig problemlos. Unser Fahrzeug hat alle Herausforderungen gemeistert. Wir haben insgesamt 2.200 Kilometer zurückgelegt. Lediglich der Kühlschrank muss einer Wartung unterzogen werden. Die Kühlleistung im Gasbetrieb ist inzwischen unzureichend.

Pflege nach der Reise

Fahrzeugpflege nach der Reise

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